Der Brötjehof,
ehemals Fabriciushof, blickt auf eine jahrhundertealte
Tradition zurück:
Die Fabricius waren ein altes Pastorengeschlecht,
welches aus Jever stammte.
Dort lebte um 1600 der Kupferschmied Hinrich Djemann.
Seinem Beruf entsprechend wurde er Hinrich Kopperschmidt
genannt. Sein Sohn Johannes, der durch sein Studium
der Theologie in Wittenberg das Pastorengeschlecht begründete
setzte den Nachnamen seiner Familie - wie es damals
üblich war - ins Lateinische um. So wurde der Schmied
= Faber oder Fabricius. Fortan gab er sich und seiner
Familie diesen Namen.
Johannes Fabricius wurde nach Abschluß seines
Studiums vom Grafen Anton Günther 1626 nach Rastede
berufen. Er war der erste von insgesamt 10 Predigern,
die aus 6 Generationen der Fabricius' hervorgingen,
davon waren drei in Rastede tätig.
Aus der Ehe des Johannes Fabricius mit seiner Frau Ilsabe
Essenia, auch aus einer Pastorenfamilie, gingen 12 Kinder
hervor. Bei einigen von ihnen standen Graf Anton Günther
sowie weitere Mitglieder der gräflichen Familie
Pate. Der Sohn Albertus (geb. 1631 in Rastede) war von
1658-79 Pastor in Rastede. Seine erste Frau, Anna Sophia
Heshusius, entstammte ebenfalls einem Pastorengeschlecht.
Da Albertus, wie sein Vater, beim Grafen Anton Günther
in großer Gunst stand, schenkte der ihm Grund
und Boden in Hostemost und das Bauholz für ein
Haus. So errichtete Fabricius dort 1666 das schöne
Fachwerkhaus. Es handelt sich hier um kein typisches
Ammerländer Bauernhaus mit Walm, sondern der Giebel
hat eher städtischen Charakter.
Das Haus trägt am Mittelbalken den Bittspruch:
"FVR KRIEG;
PEST; THEWRVNG VUD FEVERSNOTH
BEHVTE DIES HAVS; O TREWER GOTT"
Über dem Grotdör steht:
"ANNO DOMINI MDCLXVI" (1666)
und die Initialien der Bauherren:
"A.F.P. - A.S.H." (Albertus Fabricius Pastor
-Anna Sophia Heshusius).
Der Fabricius-Hof erhielt seinen heutigen Namen "Brötje-Hof"
durch die Heirat im Jahre 1695 einer Tochter des Albertus
Fabricius mit dem Landwirt Gerd Brötje. Dieses
Paar erbte den Hof, und er blieb bis heute im Besitz
der Brötje-Nachfahren. Im Volksmund wird das Haus
"Jan Pastor sin Hus" genannt.